Zehn Jahre später


Der Kunsthaus Verlag produziert heute Comics, Lyrik und Erzählungen, und lastet damit 20 Prozent der aktuellen Betriebskapazität aus. Ein Künstler, Zeichner oder Autor – man kennt sich in der Szene – sagt’s dem anderen, dass der Kunsthaus Verlag ein idealer Partner ist, dass man direkt vor Ort am Bildschirm experimentieren und produzieren kann. Doch wo übernachten?

Auch das Problem wird gelöst, denn Mechthild Reuter und Alexander Lübbe setzen ein Stockwerk auf einen vorhandenen Schuppen und richten fünf Appartements ein (auch für Urlaubsgäste). Hier macht der Chronist die Bekanntschaft mit dem bekannten Liedermacher Stephan Krawczyk, der nicht nur in den neuen Bundesländern einen guten Namen hat, und der zusammen mit Alexander F. Lübbe eine CD produzierte (Knut singt: Aaleluja und Vineta).

Rund 80 Prozent der vorhandenen Produktionskapazität werden jedoch mit Aufträgen kommerzieller Auftraggeber ausgelastet. Es sind Tourismusverbände, Hotels, einige Agenturen, sowie Städte und Gemeinden der Region, die hier ihre Amtsblätter drucken lassen. Alexander F. Lübbe: »Eine recht gute Kombination, denn in etwas ruhigen Zeiten drucken wir unsere Verlagsobjekte, die an keine fixen Termine gebunden sind.«

Durch den sprunghaften Auftragsanstieg wird vier Jahre nach der Druckereigründung zunächst die Zweifarben- durch eine Vierfarbenmaschine ersetzt, und im Jahre 2004 durch eine Fünffarbenmaschine ergänzt. Dabei wird der bisherige Belichter durch das neue System DPX-4 zur Komplettbebilderung von vier Seiten DIN A 4 auf Silver-Digiplate-Polyesterplatten ersetzt. Aktuell werden etwa 600 Platten im Monat bebildert. Nach der Druckerei Vogel in Lüdenscheid ist der Kunsthaus Verlag der zweite Anwender dieses Systems in Europa.